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Arbeitsgemeinschaft für Katathymes Bilderleben
und imaginative Verfahren in der Psychotherapie (AGKB) e.V.
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Curriculum in Katathym Imaginativer Psychotraumatherapie (KIPt)

Zertifiziertes Fortbildungsangebot: Psychotraumabehandlung mit der KIP in Darmstadt und Witte:
Kontakt: Dipl.-Psych. Beate Steiner und Dr. med. Klaus Krippner ( www.akipt.de )


Das Curriculum für Katathym-imaginative Psychotraumatherapie (KIPt) wird für ärztliche und psychologische Psychotherapeuten als Zusatzqualifikation angeboten.

Katathym imaginative Psychotraumatherapie (KIPt) trägt dem Rechnung, dass in der Traumatherapie imaginativen Verfahren eine besondere Bedeutung zukommt, da sie über das Medium bildhaften Denkens Verhaltensinszenierungen und Körperempfindungen mit der Sphäre sprachlichen Ausdrucks und mit rationalem Verstehen vermitteln (vgl. Fischer & Riedesser 1998). Katathym imaginative Psychotraumatherapie (KIPt) hat zum Ziel die sensomotorisch, bildhafte und verbale Ebene der traumatischen Erfahrung miteinander zu verbinden und so traumatische Erfahrungen in die Lebensgeschichte und das Ich-Selbst-System der Betroffenen zu integrieren. Dazu nutzt sie

  • die Ergebnisse der Psychotraumatologie (wissenschaftliche Untersuchung und Behandlung seelischer Verletzungen und ihrer Folgen (Fischer & Riedesser 1998),
  • die langjährigen Erfahrungen aus der Katathym-imaginativen Psychotherapie (KIP) mit Traumatisierten,
  • die Erfahrungen der dynamisch imaginativen Traumatherapie (Reddemann & Sachsse)
  • Wurmsers psychodynamischen Ansatz zur Bearbeitung innerer Konflikte, die auf  Traumen basieren.

Das Curriculum umfasst  50 Doppelstunden untergliedert in:

  • 20 Doppelstunden Praxis der Behandlungstechnik
  • 10 Doppelstunden Theorie incl. Theorie der Behandlungstechnik
  • 10 Doppelstunden Bearbeitung eigener Fälle mit Supervision
  • 10 Doppelstunden Selbsterfahrung (Dreiersetting: Therapeuten-/Patientenrolle/Beobachter)

Die Gesamtzahl von 48 Doppelstunden teilt sich in sechs Zeit-Blöcke auf, mit je 8 Doppelstunden an sechs Wochenenden (jeweils freitags und samstags mit je 8 Doppelstunden). In den sechs Unterrichtsblöcken bauen die Weiterbildungsinhalte systematisch aufeinander auf, vorbereitet und veranschaulicht durch klinische Beispiele, sowie Elemente der Selbsterfahrung.

Die Weiterbildung schließt mit einem Zertifikat über deren erfolgreiche Teilnahme und ihrer Inhalte ab.

Inhalte der Weiterbildung 

1.      Einführung in Struktur, Verlauf und Behandlungsmöglichkeiten seelischer

Verletzungen und ihrer Folgen

1.1. Allgemeines zum Traumabegriff

1.2. Welche Arten von Traumen gibt es

1.3. Zur Geschichte der Psychotraumatologie
 

2.      Ein Verlaufmodellsmodell psychischer Traumatisierung

2.1.  Die Phasen des Verlaufsmodells

2.2.  Die „traumatische Situation"

2.3.  Die traumatische Reaktion

2.4.  Der traumatische Prozess

2.5.  Allgemeines zum Verlaufsmodell

3.      Die drei Komponenten der Traumareaktion

3.1.  Erinnerung - Intrusion

3.2.  Vermeidung/Verleugnung - Konstriktion (Erstarrung)

3.3.  Übererregung

4.      Zur Psychodynamik der Traumabewältitigung

4.1.  Die Dialektik des Traumas

4.2.  Das zerstörte Selbst und seine Sicherungsmechanismen

4.3.  Bedeutung von Scham und Schuld

4.4.  Über-Ich, Innerer Richter und die Macht des traumatogenen Introjekts

5.      Syndrome der allgemeinen und speziellen Psychotraumatologie

5.1.  Das Posttraumatische Belastungsstörung.

5.2.   Das psychotraumatische Belastungssyndrom

5.3.  Differentialdiagnose und Co-Morbiditäten der psychotraumatischen Belastungssyndrome

5.4.  Traumatische und schwere Neurosen

6.      Neurobiologische Grundlagen der Traumatherapie

7.      Psychotraumatherapie

7.1.Unterschiedliche Ansätze in der Psychotraumatherapie

7.2 Allgemeine Regeln für die Psychotraumatherapie

7.3 Übertragung und Gegenübertragung

8. Theoretische und praktische Inhalte der Katatym-imaginative Psychotraumatherapie (KiPt)

8.1. Beziehungsherstellung und Stabilisierung:

Geschützter Therapieraum und Winnicotts zentrale Behandlungstrias

Ressourcen-orientierte Imagination zur narzisstischen Restitution

Arbeiten mit dem Tresor-Motiv bei Intrusion

Entfalten imaginativer Fähigkeiten und Möglichkeiten der Symbolisierung

Kontakt zu hilfreichen, schützenden und haltgebenden Gestalten

Grundstufenmotive der KiP mit der Betonung auf einer wunschgemäßen Gestaltung.

Stabilisierungsarbeit im Verlauf des therapeutischen Prozesses:

Unterstützung und Wiedergewinnung ausreichender Ich-Stabilität durch entsprechende Motivvorgabe im gesamten Verlauf

8.2. Arbeit mit dem „inneren Kind"

Verschiedene Konzepte zum inneren Kind

Konzepte des  inneren Kindes in der KiPt

Das „innere Kind" und das „verletzte innere Kind" mit seinen historischen Beziehungen und Phantasien

Das unverletzte Kind in der Begegnung mit der erwachsenen Patientin

Das unverletzte und das verletzte Kind in der Begegnung mit der erwachsenen Patientin

8.3. Phase der imaginativen Auseinandersetzung mit dem traumatischen Geschehen

Bezugnahme auf die erlebten Szenen des verletzten Kindes, ausgehend vom sicheren, bergenden Orten, im Schutz „hilfreicher, haltgebender Begleiter"

Grenzziehung zwischen Gegenwart und Vergangenheit

Lösungsmöglichkeiten der erwachsenen Person heute

8.4. Arbeit an der Täterrepräsentanz

Konfrontation des erwachsenen Patienten mit dem Täter (Täterkonfrontation), im Schutz seiner hilfreichen, wehrhaften und weisen Begleiter

Aufbauen von Grenzen gegenüber dem Täter

Wegschicken und Entfernen des/der Täter

8.5. Arbeit an traumatogenen Introjekt

Sensibilsierung für die Stimme und innere Gestalt des traumatogenen Introjekts

Sensibilisierung für den inneren Konflikt (traumatische Subjekt-Objekt-Erfahrungen verewigen sich im Überich (vgl. Wurmser)

Imaginative Konfrontation der erwachsenen Patientin mit dem traumatogenen Introjekt (Symbolkonfrontation)

Bedeutung eines szenisch mitanwesenden Objekts positiver Identifikation

„Ausscheiden" des traumatogenen Intojekts aus dem psychischen Organismus

8.6. Phase des Durcharbeitens und des Trauerns:

Fortsetzung der Arbeit mit dem inneren Kind

Weitere Auseinandersetzung mit der affektiven Dimension dessen, was Kindheit für den Patienten war (assoziatives Vorgehen)

Partielles Durchleben und Durchleiden mittels Imagination

Aufheben unbewusster infantiler Bedürftigkeiten und Fixierungen (vor allem Interventionstechnik der Altersregression)

Imaginatives Durcharbeiten der Affekte (Trauer, Wut, Scham und Schuld)

8.7. Abschied und Neubeginn: Abschlussphase der ambulanten Arbeit:

       Imaginative Begegnung des erwachsenen Patienten mit seinen Eltern

       Imaginative Hinwendung zu Kreativität und konkreter Lebensplanung